
Im Zuge der Neustrukturierung und Weiterentwicklung des Hochschulwesens kommen der Hochschuldidaktik vor allem drei Aufgaben zu, die bereits im Gründungsantrag des Hochschuldidaktischen Netzwerkes Mittelhessen formuliert sind.
Hochschuldidaktik ist demnach Teil der Qualitätssicherung der Lehre, indem ein Angebot zur strukturierten und wissenschaftlich kontrollierten Fortbildung der Lehrkompetenz geschaffen wird. Hier richtet sich die Hochschuldidaktik vorrangig an die Lehrenden der Hochschulen und erhält den Charakter der akademischen Personalentwicklung. Eine professionelle Ausbildung und kontinuierliche Weiterentwicklung der Lehrkompetenz ist in den meisten westeuropäischen Ländern bereits Voraussetzung und Pflicht und trägt auch zur Berufszufriedenheit der Lehrenden bei.
Mit einher geht insbesondere an den beiden Universitäten die Förderung des Nachwuchses, der zum Teil mit der Gruppe der Lehrenden identisch ist. Darüber hinaus umfasst die Zielgruppe aber all jene, denen gegenüber die Hochschulen die Verpflichtung einer fundierten und qualitativ hochwertigen Ausbildung zum Wissenschaftler oder zur Wissenschaftlerin eingegangen sind (v.a. Habilitanden und Promovenden). Der Nachweis von Lehrkompetenz ist ein Einstiegskriterium in die Wissenschaft und damit auch ein Aspekt der Berufsqualifizierung.
Nicht zuletzt bedeutet wissenschaftlich angeleitete Hochschuldidaktik auch die ständige Erprobung, Revision und kritische Reflexion von Lehr- und Lernformen, sie dient damit der dynamischen Weiterentwicklung der Hochschule und trägt zur Selbstreflexion und Strukturentwicklung des Wissenschaftssystems bei.