
Die Philipps-Universität Marburg, die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Technische Hochschule Mittelhessen haben in der Vergangenheit deutlich Ihren Wunsch nach einer mittelhessischen Kooperation und gemeinsamen Profilierung bekundet. Ergebnis dieses Wunsches und gleichzeitige Handlungsgrundlage für die Zukunft war die Rahmenvereinbarung zur Kooperation der mittelhessischen Hochschulen vom 27. April 2005. Diese Vereinbarung maß der Zusammenarbeit im Bereich der Hochschuldidaktik einen deutlichen Stellenwert zu, wenn es in § 6 (1) heisst: "Ziel der Zusammenarbeit ist eine Stärkung der Dienstleistungen für Forschung, Studium, Lehre und wissenschaftliche Weiterbildung."
Die Idee eines hochschuldidaktischen Netzwerkes war bereits 2003 Gegenstand von Erwägungen der Universität Marburg, wurde jedoch damals aus Kostengründen zurückgestellt. In einem Konzeptpapier des Präsidiums zur Sicherung der Qualität der Lehre vom 27. September 2005 wurde ein "hochschuldidaktisches Weiterbildungs- und Beratungsangebot" erneut als Bedingung erfolgreicher Sicherung und Verbesserung der Lehre betont, wobei bereits eine regionale Kooperation in diesem Bereich angestrebt wurde. Dass sich eine solche Kooperation zwischen den mittelhessischen Hochschulen abzuzeichnen begann, war Konsequenz der 2005 geschlossenen Rahmenvereinbarung der Partnerhochschulen.
Die Erneuerung der Zielvereinbarungen zwischen dem Land Hessen und der Philipps-Universität Marburg und Justus-Liebig Universität Gießen für den Zeitraum 2006 - 2010 erhob dann auch die Hochschuldidaktik als Teil der Nachwuchsförderung zu einem operationalisierbaren Entwicklungsziel, in dem sich fächerübergreifende Zusatzqualifikationen und eine verbesserte Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses realisieren können. Auch hier wurde der regionalen Zusammenarbeit für Mittelhessen und auch der hochschulartenübergreifenden Kooperation eine entsprechende Priorität zugewiesen.
Auftakt für die Realisierung eines "Hochschuldidaktischen Netzwerkes Mittelhessen" war letztendlich der gemeinsame Gründungsantrag der drei Hochschulen an das Studienstrukturprogramms des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst vom 15. Februar 2007, welches die anteilige Finanzierung und Finanzplanung sichern sollte. Formuliertes Ziel des angestrebten Netzwerkes war die "Entwicklung und Bereitstellung eines modularen hochschuldidaktischen Programms zur Erlangung eines Gesamtzertifikats Lehrkompetenz."